Vorträge zu Geschlecht und Rechtsextremismus

Der AStA veranstaltet in Kooperation mit dem Forschungsnetzwerk für Frauen und Rechtsextremismus und dem Gleichstellungsbüro der FH Dortmund im Juni und Juli Vorträge zu Geschlecht und Rechtsextremismus.  Beide Vorträge finden in der Sonnenstraße 96 im Raum F212 (neuer Senatssaal) statt. Der Eintritt ist frei.

12.6. / 18.00Uhr:

Heimatliebe ist nicht nur Männersache“ – Ideologie, Aktionismus und Geschlechterbilder der „Identitären“
Vortrag und Diskussion mit Judith Goetz

In ihren aufmerksamkeiterregenden Aktionen greifen die rechtsextremen „Identitären“ nicht selten auch geschlechterpolitische Themen auf. So entrollten sie im Novenber 2016 beispielsweise auf dem Balkon der Bundesgeschäftsstelle der Grünen in Berlin ein Transparent mit der Aufschrift „Ihr habt unsere Frauen längst vergessen“, darüber das Wort „Frauenrechte“ durchgestrichen, „Multikulti und Masseneinwanderung“ jedoch markiert. Dabei zeigt sich, dass seitens der „Identitären“ einerseits Frauen*rechte instrumentatlisiert und mit einer rassistischen Logik versehen werden. Andererseits werfen sie „den Linken“ vor, nicht nur mit „Multikulti“ sondern auch in Bezug auf die Pluralisierung von geschlechtlichen Identitäten „Gleichmacherei“ zu betreiben. In ihrer Berufung auf vermeintlich „natürliche“ Vorstellungen von Heterosexualität und (komplementär und hierarchisch gedachte) Zweichgeschlechtlichkeit zeigt sehr deutlich, dass sich hinter der vermeintlich modernisierten Variante des Rechtsextremismus alt bekannte sexistische und antifeministische Denkmuster stehen, die sich kaum vom klassischen Rechtsextremismus unterscheiden. In einem Vortrag mit anschließender Diskussion werden die Geschichte der „Identitären“ im deutschsprachigen Kontext sowie ihre Ideologien nachgezeichnet und dabei der in den Reihen der „Identitären“ kultivierte Antifeminismus und Sexismus, die damit verbundenen Geschlechterbilder sowie die Beteiligung von Frauen* ins Zentrum der Analyse gerückt.

Judith Götz ist Literatur- und Politikwissenschaftlerin und Mitglied der Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit (www.fipu.at) sowie des Forschungsnetzwerks Frauen und Rechtsextremismus (frauen-und-rechtsextremismus.de/cms/). Im Herbst 2017 erscheint der von ihr mitherausgebene Sammelband „Untergangster des Abendlandes. Ideologie und Rezeption der rechtsextremem ‚Identitären‘“.

19.7. / 18.00Uhr:

Antifeminismus von „Rechts“
Vortrag und Diskussion mit Juliane Lang

Der „Kampf gegen Gender und den Feminismus“ und populistische Forderungen zur Besserstellung „deutscher Familien“ bestimmen zunehmend extrem rechte Mobilisierungen und Wahlkämpfe. Die völkische Rechte bewegt sich hier in einem Fahrwasser mit Familienpopulist*innen und Antifeminist*innen unterschiedlicher politischer Couleur: „Besorgte Eltern“, Maskulist/innenen, fundamentalistische Christ/innen und nicht zuletzt Teile der bürgerlich-konservativen Presse scheinen sich einig in der Ablehnung der gelebten Vielfalt geschlechtlicher, sexueller und familialer Lebensweisen. Gemeinsam stricken sie an einem Narrativ moderner Gesellschaften, die vom Untergang bedroht sind – wahlweise durch den „Volkstod“ oder die „Frühsexualisierung“ der Gesellschaft. Der Vortrag beleuchtet, was sich hinter dem rechten Streben um Begriffe und Bilder verbirgt und diskutiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Strategien verschiedener Akteur/innen.

Juliane Lang ist Mitglied im „Forschnungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus“ (http://www.frauen-und-rechtsextremismus.de/)

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