Ausgabe 19. | AStA Blatt | "ODS - Ob das stimmt?"

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    • Ausgabe 19. | AStA Blatt | "ODS - Ob das stimmt?"

      ODS - Ob das stimmt?

      Ein karger, grellbeleuchter Raum. Kalter Schweiß verbreitet üblen
      Geruch. Mehrere Personen sitzen zusammengepfercht in strengen
      Abständen zueinander. An diesem tristen Ort wird ihr
      Grundstein gelegt: Die Note. Völlig unbedarft entsteht sie aus
      Studierendenhand. Diese Wertung wochenlanger Lerneskadapaden
      soll letztlich Ausdruck der Leistung eines Studenten sein.
      Doch die kleine Note gelangt nicht auf direktem Wege vom Professor
      zum Studenten, nein, nein, der Fehler steckt im Detail!
      Im Fötenzustand verlässt sie das Büro ihres Schöpfers und kommt
      mit viel Glück ohne größere Schrammen davon. Aber gehen wir
      einmal davon aus, eine jede Note ist korrekt ihrer Klausur zugeordnet
      und es entstehen keine Fehler bei der Übertragung, dann landet
      sie irgendwann im Studienbüro.
      Dort ist dann ihr großes Finale und sie wird in die Umlaufbahn gen
      Student geschossen. Aber das Beste kommt noch: Man
      fragt sich fast, ob manche Profs in der Lage sind einen Computer zu
      bedienen, denn es gibt tatsächlich noch welche, die eine händisch erstellte
      Liste aus Papier an das Studienbüro weiterreichen und dann
      diesen ohnehin chronisch überarbeiteten Menschen die Verantwortung
      für die Richtigkeit der Note übergeben. Solches hört man selbst
      aus Fachbereichen in denen der PC schon fast den Lebensabschnittsgefährten
      zu ersetzen scheint.
      An dieser Stelle seien mir einige Sätze in eigener Sache gestattet.
      Ich muss etwas beichten. Die dunkle Seite der Macht hatte mich lange
      in ihren Zangen, weshalb ich es nicht zugeben wollte. Ich habe
      gesündigt, denn ich war gar nicht in dem Praktikum, von dem mir
      das ODS (Online Dienste für Studierende) ein „Bestanden“ bescheinigt.
      Ja, jetzt ist es raus. Aber ich werde nächstes Semester in dieses
      Praktikum gehen und mir Lob und Anerkennung ehrlich verdienen.
      Wie oft habe ich mit dem Gedanken gespielt mir den fehlerhaften
      Eintrag einfach anrechnen zu lassen. Wer hätte diesen Fehler auch
      jemals bemerkt...Meine Kommilitonen jedenfalls nicht.
      Denn seit diesem Semester werden Noten nicht mehr öffentlich in
      Schaukästen gezeigt. Jeder Student muss jetzt selbstbewusst genug
      sein, um zu glauben, dass er nicht der Schlechteste in der Klausur war.
      Aber hey, bei der nächsten 5 nicht sofort verzagen, denn es könnte
      sein, dass nur wiedermal ein Fehler im System vorliegt...
      Anika Simon - Referentin für Kommunikatin und Medien - AStA der FH Dortmund