Abschlussarbeit-ABC

Hier haben wir einzelne Erfahrungen zu einem ABC zusammen getragen. Es gibt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Ernsthaftigkeit oder universelle Gültigkeit 🙂

A wie Aufwand

Der Aufwand für eine Abschlussarbeit ist nicht zu unterschätzen und jede/r muss für sich entscheiden, wie viel investiert werden soll. Man darf aber auch nicht vergessen: Es gibt immer ein Leben nach der Abschlussarbeit. Mach dir keine Sorgen, wenn du kein Geld für einen Umschlag aus Rindsleder mit Goldverzierungen hast – am Ende sind die PrüferInnen auch nur Menschen und legen nicht so viel Wert darauf, wie du vielleicht denkst.

B wie Bibliothek

Es gibt zwar viele, die der Meinung sind, sie bräuchten das nach dem 2. Semester nicht mehr, aber die Bibliotheken haben nicht nur grundlegende Einführungen, sondern auch Kurse zur Literaturrecherche. Je nach Fachbereich dauern sie 1-2 Stunden, und die kann man ruhig investieren. Dort wird dir gezeigt, wie du spezielle Literatur für deinen Fachbereich und deine Abschlussarbeit findest und vor allem wie man die Datenbanken für Zeitschriften benutzt. Dort kann wirklich jede/r noch kleine Tipps abstauben, welche die Suche erleichtern. In der Bibliothek zu schreiben hat viele Vorteile: Es ist ruhig, man fühlt sich durch andere beobachtet und man hat wenig Ablenkung. Anders als daheim ist man hier konsequenter und meist auch konzentrierter. Kommt man nicht weiter, kann man sich direkt ein weiteres Buch aus dem Regal ziehen und schauen, wie das Thema dort beschrieben ist. Je früher am Morgen man dort ist, desto ruhiger ist es und desto größer ist die Platzauswahl. Jeden morgen um die gleiche Uhrzeit aufzustehen und in die Bib zu fahren, als ginge man zur Arbeit, ist sehr hilfreich für das Vorankommen. Am Nachmittag kann man dann pünktlich „Feierabend“ machen und die Freizeit genießen, ohne schlechtes Gewissen.

C wie Chaos

Du fühlst dich überfordert? Du möchtest alles aus dem Fenster werfen? Du findest die Daten nicht, die du brauchst? Keine Panik! Leg alles weg. Mach etwas, das dir Spaß macht. Entspann dich. Am nächsten Tag wird alles garantiert ganz anders aussehen. Eine Abschlussarbeit lebt oft von plötzlichen Eingebungen und die kommen. Vielleicht nicht heute, aber sie kommen. Morgen wird dir die Lösung schlagartig in den Sinn kommen.

D wie Durchhalten

Es nervt! Es nervt alles einfach nur noch! Seit Wochen beschäftigst du dich mit demselben Thema und kannst es nicht mehr sehen. All deine Freunde haben Spaß und gehen aus. Jeder auf der Welt hat Freizeit, nur du nicht. Du sitzt hier und starrst auf die Bücher… Ganz allein! Halte durch! Das geht allen so. Es mag dir jetzt vorkommen wie ein großer, nicht zu überwindender Berg Arbeit. Aber bald ist es geschafft und im Rückblick wird das alles harmlos aussehen. Gönne dir Auszeiten und Entspannung. Denke am besten in Etappen und belohne dich nach jeder überwundenen Etappe selbst.

E wie Eigenleistung

Deine Ausarbeitung soll demonstrieren, wie du mit einem wissenschaftlichen Thema umgehen kannst, also zeige das auch. Abschreiben oder Ausarbeitungen einkaufen ist etwas für Loser und wird dich auf deinem späteren Lebensweg ständig begleiten. Es gibt Menschen, die später stolz auf ihren Kontoauszug blicken können, obwohl sie wissen, dass sie diesen Arbeitsplatz eigentlich nicht verdient haben. Willst du dazu gehören? Wichtig ist auch, dass du nicht stumpf wieder gibst, was du in Büchern gelesen hast. Gute Noten gibt es i.d.R. nur für eigene Ideen und eine zielsichere Anwendung verschiedener Methoden, die du im Studium erlernt hast. Bevor du wiederkäust, was Dr. XY über dein Thema denkt, überlege ob diese Ansicht wirklich immer gilt und ob andere Autoren nicht eine andere Meinung dazu haben. Trau dich – du wirst überrascht sein, wie viel Lehrstoff aus dem Studium doch noch hängen geblieben ist. Dann wende dein wissen auch an.

F wie Fehler

Fehler passieren und sie werden dir nicht dein Leben verbauen. Gerate nicht in Panik und reagiere souverän. Es ist genau wie im Bewerbungsgespräch: Je souveräner du reagierst, desto besser wird dein hinterlassener Eindruck sein. Egal was du zu Papier bringst – wichtig ist einzig und allein, dass es Hand und Fuß hat. Wenn die Frage kommt: „Warum sind sie eigentlich zu dem Schluss gekommen, dass dieses System vorteilhaft ist, obwohl sie so viele Nachteile heraus gearbeitet haben?“, dann werde nicht rot und fang nicht an zu stottern. Antworte ruhig (z.B. „Es gibt zwar nicht viele Vorteile, aber ich sehe die Tatsache XY als entscheidenden Faktor, der das System wiederum sehr bedeutend macht.“). Gut ist auch, wenn du die richtige Lösung parat hast („Oh, das stimmt leider. Da hätte ich „….“ anwenden/schreiben sollen.“).

G wie geschafft

Das Gefühl der Abgabe wirst du so bald nicht mehr vergessen. Man fühlt sich gleich zehn kg leichter und könnte die Welt umarmen. Es kommt oft vor, dass AbsolventInnen nach der Abgabe erst einmal krank werden. Der Körper ist angreifbar durch den – bewussten oder unbewussten – Stress der letzten Wochen. Kommt er zur Ruhe, tritt er um sich und so kann es sein, dass man in den nächsten Tagen flach liegt. Ansonsten: Genieß es und hoch die Tassen!

H wie Hürden

Hürden sind dazu da, überwunden zu werden. Wenn du dich an den Schreibtisch setzen und dein Thema locker herunter schreiben kannst, dann stimmt da etwas nicht oder du hast bereits promoviert und es war dir wohl entfallen. Natürlich hast du zu Beginn keine Ahnung was du schreiben sollst – du sollst dich schließlich mit dem Thema auseinander setzen. Du wirst überrascht sein, wie viele plötzliche Eingebungen dir in den nächsten Wochen begegnen werden. Du wirst evtl. einen kompletten Tag über einem winzigen Abschnitt grübeln, wirst Bücher wälzen, wirst im Internet surfen und abends kurz vor einem Wut- oder Heulanfall sein, weil du nicht weiter weißt. Am nächsten Tag wirst du vielleicht gerade über einer Tasse Kaffee sitzen und dann plötzlich denken „Das ist es!“. Das passiert häufig, also mach dich nicht fertig. Wenn du nicht weiter kommst, lass es liegen und schau es dir am nächsten Tag erneut an. Mit etwas Abstand kommt die Lösung meist von allein.

I wie Inhaltsverzeichnis

Bevor du mit der Ausarbeitung beginnst, solltest du ein Inhaltsverzeichnis als roten Faden anlegen. Notiere dir auch an den Rand, welche Literaturquellen zu welchem Kapitel gelesen werden sollten. Dein Inhaltsverzeichnis sollte „leben“ – es sollte sich also bis zur Abgabe entwickeln und verändern. So zeigst du deinem Betreuer/ deiner Betreuerin, dass diese Ausarbeitung sich entwickelt hat. Zu Beginn kann man viele kleine Überschriften wählen, denn so hat man selbst einen guten Überblick und findet einzelne Passagen zum Überarbeiten schneller. Später werden die Kapitel dann zu größeren zusammen gefasst.

J wie Jobsuche

Wenn du die Zeit aufbringen kannst, kann es nicht schaden, an den Wochenenden ein wenig Arbeitsmarktrecherche zu betreiben. Ab und an eine Bewerbung zu versenden kann auch nicht schaden. Es gibt genug AbsolventInnen, die nach dem Studium mehrere Monate nach einem Job gesucht haben. Willst du dir eine Auszeit nehmen, ist das in Ordnung. Erliege jedoch nicht dem Irrtum, dass nach der Abschlussarbeit mal eben eine Bewerbung losgeschickt wird und 2 Wochen später hast du deinen Traumjob. Je nach Fachrichtung ist das sehr unterschiedlich, aber setze dich frühzeitig damit auseinander, welche Anforderungen auf dich zu kommen, was deine Bewerbungsmappe beinhalten sollte und wie dein persönliches Profil aussieht (Fähigkeiten, Erfahrung, Stärken, Schwächen,…). Die Arbeitsmarktanalyse und Bewerbungsphase ist aufwändiger als viele annehmen.

K wie Kolloquium

Das Kolloquium ist offiziell zwar eine Art mündliche Prüfung, aber wesentlich harmloser. Es gilt, deine Abschlussarbeit zu verteidigen. Das heißt: Du sollst zeigen, ob du sie selbst erstellt hast. Das ist natürlich der Fall – eine Abschlussarbeit abzuschreiben, einzukaufen oder sich sonstwie zu erschleichen ist etwas für Versager. Du hast sie also selbst geschrieben und weißt was darin steht. Du musst sie kurz vorstellen und dein/e Betreuer/in lenkt das Ganze mit gezielten Fragen. I.d.R. dauert das weniger als 30 Minuten und dann hat man es geschafft. Einige Tipps: Achte auf deine Garderobe. Es ist kein Vorstellungsgespräch, aber ein Blazer sollte schon drin sein. Man sollte den ProfessorInnen zeigen, dass man quasi „reif“ für die Arbeitswelt ist. Das zeigt auch wie ernst du die Prüfung nimmst und es gehört zum guten Ton. Bleib so ruhig wie möglich und antworte souverän. Eine klare Aussage kommt besser an als Stottern – auch wenn du evtl. etwas Falsches sagst, sag es überzeugend. Und: Kopf hoch, falls die Note schlechter als gedacht ausfällt. Es ist sehr ärgerlich, aber nicht das Ende aller Dinge.

L wie Literatur

Es ist nicht zu empfehlen, sich mit seinem Thema an den PC zu setzen und chaotisch Schlagworte im Internet oder in der Bibliotheks-Datenbank zusammen zu suchen. Bei wissenschaftlichen Arbeiten beginnt man immer erst mit einem Überblick. Es ist zu empfehlen, mit Lexika zu beginnen. Mache dir zunächst klar, welche genauen Bedeutungen hinter deinem Thema und dessen Inhalt steckt. Notiere dir dabei Synonyme für einzelne Begrifflichkeiten. Dann sollte man sich überlegen, welche Punkte man behandelt will und wie intensiv man sie bearbeiten möchte. Dann kann man beginnen, gezielt nach Fachliteratur zu suchen. Es ist hilfreich, sich eine Tabelle anzulegen, in der man die genauen Daten (Titel, Autor, Erscheinungsjahr,…) auflistet. Dann sollte es eine Spalte mit Stichworten über den Inhalt des Buches/ der Zeitschrift etc. geben und eine Spalte mit der Bezeichnung der späteren Kapitel, für welche das Buch hilfreich ist. Die nächste Spalte sollte die Relevanz des Buches Kennzeichnen. Du kannst z.B. Buchstaben verwenden wie A = „sehr wichtig“/ „viele Infos“/ „muss ich komplett lesen“, B = „einzelne Kapitel sind interessant“, C = „hier muss ich nur einzelne Infos nachschlagen“/ „kann man ggf. auch weg lassen“. Gleichzeitig solltest du ein Inhaltsverzeichnis deiner Arbeit anlegen und neben den Kapitelüberschriften notieren, welche Bücher jeweils relevant sind. Durch die Tabelle weißt du, mit welcher Literatur du dich zuerst beschäftigen solltest und welche du auch weg lassen kannst, falls dir die Zeit weg rennen sollte.

M wie Material

Decke dich mit ausreichend Büromaterial ein. Wegen jedem Notizblock zum Schreibwarenladen zu rennen, wird dich später nur unnötig nerven. Bedenke auch die Sachen, die du für ein Kolloquium o.ä. brauchen könntest: USB-Stick, Karteikarten, CD-ROM…

N wie Nerven

Du bist jetzt sehr angespannt – zum Teil auch unbewusst. Dein Hirn arbeitet beinahe den ganzen Tag. In deinem Kopf schwirren viele „Was wäre wenn…“-Gedanken: Was wäre, wenn ich etwas Wichtiges nicht erwähne? Was wäre, wenn ich einen Rechenfehler mache? … Unbewusst stehst du unter Stress und der muss irgendwo bleiben. Sport ist jetzt eine echte Erlösung, denn du kannst die Gedanken in Energie umwandeln und einfach weg schwitzen. Sandsack Nummer 1 ist in der Regel der Partner und die Familie. Auch wenn dir manchmal bissige Kommentare auf der Zunge liegen – schluck sie herunter. Wenn du sie aussprichst, werden sie dir später leid tun. In einer Partnerschaft ist es wichtig, diesen Druck zum Gesprächsthema zu machen. Wenn es nicht anders geht, sollte man sich zurück ziehen oder auch den Partner bitten, etwas Abstand zu halten, damit es nicht zu häufig knallt. Das ist manchmal schwer, aber wenn man sich aus dem Weg geht, kann das manchmal Beziehungen retten. Momente, in denen man sich gut fühlt, sollte man dazu nutzen, den Lieben zu sagen, wie gern man sie hat und wie froh man ist, dass sie einen unterstützen.

O wie Ordnung

Strukturiert und systematisch zu arbeiten hilft dir enorm weiter. Auch wenn sich das Erstellen von Karteikarten, Literatur-Tabellen etc. manchmal wie Zeitverschwendung anfühlt – später wird die anfängliche Systematisierung das Entstehen deiner Arbeit umso mehr beschleunigen.

P wie ProfessorIn

Bedenke: Dieser Mensch will dir nicht schaden, er will dir helfen! Und sprechenden Menschen kann geholfen werden. Wenn du Probleme oder Fragen hast, notiere sie dir, sammel sie und geh in die Sprechstunde. Aber Achtung! Ein Problem ist NICHT „Was soll ich denn da schreiben?“ oder „Welche Bücher soll ich denn lesen?“! Die ProfessorInnen bzw. BetreuerInnen werden nicht deine Arbeit machen. Du musst ihnen das Gefühl vermitteln, dass du dich zunächst selbst intensiv mit dem Problem auseinander gesetzt hast (z.B. „Ich habe es in mehreren Quellen, wie z.B. …, nachgeschlagen, aber niemand äußert sich zu den Vor- & Nachteilen. Lediglich im Buch XY gab es eine kurze Auflistung der Vorteile. Wüssten sie evtl., wo ich noch suchen könnte?“). Zeige immer, dass du intensiv im Thema steckst und gezielte Fragen hast, dann wird man dir gern helfen.

Q wie Quengeln und Quälen

Kopf hoch! Nicht quengeln… Du wirst Tage haben, an denen du dich überfordert und genervt fühlst, aber sage dir immer: Das haben schon ganz andere Leute vor mir geschafft!

R wie Rhythmus

Auch wenn es wahnsinnig schwer fällt: Ein Rhythmus wird dir helfen, schnell voran zu kommen. Es ist hart, aber man sollte an jedem Tag um die gleiche Zeit aufstehen und einen gewissen Tagesablauf einhalten. Behandelt man die Abschlussarbeit wie einen Vollzeit-Job, kann man gut voraus planen und ggf. sogar die Wochenenden „frei nehmen“, wenn man wochentags kontinuierlich gearbeitet und sein Wochenziel erreicht hat. Arbeitet man z.B. von 8-16 Uhr am Thema und lässt ab 17 Uhr den Griffel fallen, ist das entspannender und die Nerven liegen weniger blank, als bei der „Alles-auf-den-letzten-Drücker“-Taktik.

S wie Sicherungskopie

Achtung! Achtung! Wichtig! Nervenschonend! Erstelle alle 2-4 Tage Sicherungskopien. Versehe sie mit einem Datum und speichere sie möglichst an mindestens 2 Orten (z.B. USB-Stick, CD-ROM, externe Festplatte, online (z.B. Email-Postfach,…),…). In „Murphys Gesetz“ heißt es so schön: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“ Das stimmt! Genau jetzt wird dein PC kaputt gehen oder der Blitz einschlagen, aber nur wenn du keine Sicherheitskopie gemacht hast! Schone deine Nerven und vermeide das. Auch wenn du etwas geändert hast, was dir später doch nicht zusagt, musst du das Kapitel nicht neu schreiben, sondern kannst eine alte Version einfach wieder herstellen.

T wie Thema

Sofern du in Absprache mit dem Prof oder einem Unternehmen kein Thema findest, empfiehlt es sich z.B. bei anderen Hochschulen an den entsprechenden Lehrstühlen die Homepages aufzusuchen und zu schauen, welche Themen dort in deinem Bereich ausgeschrieben sind. So stellt man fest, was derzeit gefragt ist und kann dies für die eigene Arbeit entsprechend abwandeln oder ergänzen. Hat man schon eine grobe Ahnung worüber man schreiben will, kann man auch auf Internetseiten, auf denen Abschlussarbeiten als Download angeboten werden, das Stichwort einzugeben und schauen, was es aktuell über dieses Thema gibt. Auch in Büchern zum Thema zu stöbern bringt dich ggf. auf eigene Ideen.

U wie Unternehmen

Wenn du die Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben möchtest, bedenke dass du bei vielen zunächst ein Praktikum ableisten musst, damit das Unternehmen deine Qualitäten unter die Lupe nehmen kann. Erst nach 3 Monaten hast du die Chance, in die Phase der Abschlussarbeit über zu gehen. Bewirb dich rechtzeitig und plane einige Monate zusätzlich ein. Bedenke: Im Unternehmen hat jede/r seinen/ihren Tagesablauf, der mit Aufgaben gespickt ist. Niemand hat Arbeitszeit zu verschenken und so wird dir auch niemand die Infos auf dem Silbertablett servieren. Sei engagiert und hänge dich an deine/n BetreuerIn. Frage gezielt (siehe P wie Prof) und bitte um konkretes Material, wie z.B. eine Auswertung bestimmter Bereiche. Sage klar und offen, was du leisten musst und wie viel Zeit du dafür hast. Vereinbare mit dem Unternehmen regelmäßige Gespräche, in denen du in Ruhe deine Fragen stellen kannst. Hab dann aber auch Fragen!

V wie Vorbereitung

Bevor du beginnst, solltest du auf jeden Fall einen ersten Überblick über das Thema gewinnen und ein Inhaltsverzeichnis erarbeiten, das dir später als roter Faden dient. Es ist hilfreich, zunächst ein Brainstorming über das Thema zu machen und sich Inhaltsverzeichnisse anderer Ausarbeitungen (auch Bücher) anzusehen. Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten sind nach einem ähnlichen Prinzip aufgebaut, an welchem man sich orientieren kann. Du solltest dir vorher auch klar machen, worauf du dich in der Ausarbeitung konzentrieren möchtest und wo Schwerpunkte liegen sollen. Möchtest du eine Methode oder einen Begriff definieren? Möchtest du die rechtlichen Aspekte besonders hervorheben? Geht es in erster Linie um die Anwendung in der Praxis? … Auch die materielle Vorbereitung ist nicht zu unterschätzen. Decke dich mit Papier, Textmarkern, Haftnotizen, Karteikarten, CD-ROMs, usw. ein. Ständig zum Schreibwarenladen rennen zu müssen nervt! Eine Pinnwand kann auch nützlich sein. Du kannst einzelne Kapitelüberschriften auf kleinen Zetteln notieren und an der Pinnwand mit der Reihenfolge spielen. So entscheidest du, welcher Aufbau für das Inhaltsverzeichnis am besten wirkt. Außerdem kannst du an der Pinnwand wichtige Notizen unterbringen, wie die Sprechzeiten von deinem Betreuer/Prof.

W wie Wut

Es geht nicht voran, du weißt nicht weiter, ständig klingelt das Telefon, draußen ist so richtiges Freibad-Wetter,… Aaaaaahhh!! Dich packt die Wut und du möchtest alles in die Ecke schmeißen. Ruhig Blut. Leg alles weg und entspann dich ein wenig. Sport, Ausgehen, Abschalten, ein Vollbad,… Vieles kann helfen und du solltest es dir gönnen, um wieder herunter zu kommen. Jetzt 2 Stunden auf den Monitor zu starren und vor sich hin zu kochen bringt absolut nichts. Diese 2 Stunden kannst du auch in etwas investieren, das dir gut tut.

X wie X-Box

Die ist natürlich – so wie jegliche andere Ablenkung – in diesen Phasen sehr willkommen. Alles ist nun interessanter als deine Ausarbeitung, aber beiß die Zähne zusammen. Nur ein paar Wochen/ Monate und dann kannst du dich wieder genüsslich deiner Freizeitbeschäftigung widmen. Sehe diese Dinge lieber als Belohnung: Wenn du eine Etappe hinter dich gebracht hast und gut in der Zeit liegst, belohne dich mit einem „Sinnlos-Tag“. An diesem Tag darfst du alles machen, so lang es nicht sinnvoll ist. Genieße deine Freizeit, hab Spaß und lass die Seele baumeln. Am nächsten Tag geht es dann motiviert weiter.

Y wie Yogi-Tee

Der kann manchmal helfen. Auch jegliche andere beruhigende Kräuter und Hilfsmittelchen werden dir von Zeit zu Zeit den erlösenden Schlaf bringen. An manchen Tagen hört der Kopf einfach nicht auf zu arbeiten. Man kann sich noch so sehr zusammen reißen, man liegt manchmal abends im Bett und ist völlig überdreht. In solchen Momenten kann ein beruhigender Tee und vorher vielleicht ein kleiner Spaziergang Wunder wirken.

Z wie Zeitmanagement

Erstelle dir zu Beginn einen Zeitplan und lege Stichtage fest (z.B. „31.10. = Ende der Literaturrecherche & Beginn der Zusammenschrift“). Rechne dir grob aus, wie viele Std. pro Woche du in die Ausarbeitung stecken kannst. Sei dabei großzügig und bedenke unproduktive Tage und Unvorhergesehenes (Krankheit). Dann rechne dir aus, wie viele Stunden du bis zum nächsten Stichtag hast. Dadurch kannst du dir klar machen, wie viel Zeit du z.B. hast, um ein bestimmtes Buch zu bearbeiten. Baue in deinen Zeitplan einen großen Puffer ein. Du solltest z.B. mindestens 1 Woche vor Abgabe der Arbeit den Stichtag „Ausarbeitung fertig, ausgedruckt & gebunden“ festlegen. So hast du 1 Woche zusätzliche Puffer-Zeit für Unvorhergesehenes. Baue auch in deine Tagesplanung großzügige Pausen ein. Überfordere dich nicht. Wenn du müde und unterzuckert bist, wirst du nichts Sinnvolles zu Papier bringen. Rechne auch immer mit unproduktiven Tagen, an denen du einfach nicht voran kommst. Ebenso wird es Tage geben, an denen du dir seitenweise Weisheit aus dem Ärmel schütteln wirst.